Projektphasen
In dieser interaktiven Lerneinheit entdeckst du die typischen Phasen eines Projekts von der Initiierung über die Planung und Durchführung bis zum Projektabschluss. Du lernst die wichtigsten Aufgaben und Meilensteine jeder Phase kennen und verstehst, wie diese aufeinander aufbauen. Das Wissen hilft dir dabei, den Ablauf von IT-Projekten besser zu verstehen und dich aktiv in verschiedenen Projektphasen einzubringen.
Einführung
Zwei Teams, ein Projekt: Team A plant strukturiert in klar abgegrenzten Phasen. Team B “macht einfach”. Nach 6 Monaten liefert Team A pünktlich ein Ergebnis. Team B hat das Budget verbrannt und fängt gerade erst mit der Programmierung an. Woran liegt’s?

Klare Phasenstrukturen verhindern Chaos und sparen Ressourcen. Sie geben vor, wann und wie wir Projekte planen, ausführen und abschließen. Ohne Phasenmodell ist das Risiko hoch, Zeit und Geld zu verschwenden.
Lernziele
Nach dieser Lerneinheit kannst du:
- Die Grundidee von Phasenmodellen erklären und verschiedene Varianten (z. B. 4-, 5- oder Mehr-Phasen-Modelle) vergleichen.
- Den Zweck eines Kick-Off-Meetings erläutern, seine Rolle im Projektverlauf beschreiben und zentrale Inhalte benennen.
- Den typischen Ablauf einzelner Projektphasen beschreiben und zentrale Aufgaben jeder Phase nennen.
- Vorteile und Nachteile einer phasenorientierten Vorgehensweise gegenüberstellen.
- Die Funktionsweise des Wasserfallmodells erläutern sowie dessen charakteristische Merkmale und Anwendungsbereiche beschreiben.
- Scrum hinsichtlich Rollen, Artefakten und Events klar erläutern.
Überleitung
Projekte lassen sich in zeitlich getrennte Abschnitte gliedern – sogenannte Projektphasen. Doch welche Modelle gibt es, und wie unterscheiden sie sich? Schauen wir uns zuerst die gängigsten Phasenmodelle an und vergleichen sie miteinander.
Definition
Die DIN 69901 definiert eine Projektphase als einen zeitlichen Abschnitt, der sich sachlich von anderen Abschnitten unterscheidet. Wie viele Phasen du für dein Projekt festlegst, hängt von der Komplexität, der Branche und den spezifischen Anforderungen deines Vorhabens ab.
4-Phasen-Modell
Nach dieser Struktur lassen sich Projekte in vier Hauptphasen gliedern:
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Initiierungsphase
Hier beginnt alles: Die Projektidee entsteht, ihre Machbarkeit wird geprüft und die wichtigsten Stakeholder werden identifiziert.
Zentrales Dokument: Projektauftrag. Dieser wird in der Regel vom Auftraggeber erstellt und vom Projektleiter akzeptiert.
Was ist ein Projektauftrag?
Ein Projektauftrag ist das offizielle Startdokument, das die grundlegenden Rahmenbedingungen festlegt und die Freigabe für den Projektbeginn erteilt.
Wesentliche Bestandteile eines Projektauftrags sind: Projektziel, Projektumfang, Zeitrahmen, Budget, Verantwortlichkeiten, benötigte Ressourcen und mögliche Risiken. Er dient als Grundlage für die weitere Projektplanung und durchführung und hilft, Missverständnisse zu vermeiden und klare Erwartungen zu setzen.
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Planungsphase
Entwicklung eines detaillierten Fahrplans: Projektstrukturplan erstellen, Zeit- und Kostenplanung durchführen, Risiken und Qualitätsstandards planen.
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Durchführungsphase
Die eigentliche Arbeit beginnt: Arbeitspakete werden umgesetzt, der Fortschritt wird kontrolliert, regelmäßige Statusberichte werden erstellt.
Wichtig ist auch die Kommunikation mit den Stakeholdern und das Management von Änderungen.
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Abschlussphase
Das Projekt wird beendet: Abnahme der Ergebnisse, Erstellung des Projektabschlussberichts und die Sammlung von “Lessons Learned”. Dazu gehört auch die Auflösung des Teams und die Archivierung der Projektdokumentation.
Was sind Lessons Learned? Das ist ein wichtiger Prozess am Ende eines Projekts, bei dem Erfolge und Misserfolge analysiert und die gewonnenen Erkenntnisse dokumentiert werden. Lessons Learned helfen dir und deinem Team, aus Erfahrungen zu lernen und zukünftige Projekte noch besser zu machen.
Kick-Off-Meeting: Der Übergang von Planung zu Umsetzung
Nach Abschluss der Planungsphase und vor Beginn der Durchführungsphase findet das Kick-Off-Meeting statt. Es markiert den offiziellen Start der operativen Umsetzung.
Definition
Die DIN-Definition (DIN 69901-5) definiert den Begriff Kick-Off-Meeting folgenderweise:
Das Kick-Off-Meeting findet nach erfolgter Projektplanung und vor dem Start der eigentlichen Durchführung statt. An einer Kick-Off-Veranstaltung nehmen mindestens alle Mitglieder des Projektteams teil. Darüber hinaus kann der Auftraggeber und weitere relevante Stakeholder einbezogen werden.
Warum ist das Kick-Off-Meeting wichtig?
- Es stellt sicher, dass alle Teammitglieder über den aktuellen Plan informiert sind.
- Es schafft eine gemeinsame Basis für die Zusammenarbeit und stärkt die Motivation.
- Es ermöglicht, offene Fragen zu klären und Erwartungen zu synchronisieren.
- Es sorgt für eine strukturierte und koordinierte Umsetzung der Projektarbeit.
Typische Inhalte eines Kick-Off-Meetings:
- Begrüßung durch die Projektleitung
- Vorstellungsrunde, falls nötig
- Präsentation der Projektziele und des Projektnutzens
- Erläuterung des Projektplans mit Meilensteinen und Zeitvorgaben
- Besprechung von Rollen und Verantwortlichkeiten
- Klärung der Methoden und Arbeitsweisen im Projekt
- Kommunikationsregeln und Berichtswesen im Projektverlauf
- Feedbackrunde, um Fragen, Bedenken und Anregungen aufzugreifen
5-Phasen-Modell
Dieses Modell erweitert das 4-Phasen-Modell um eine Nullphase vor dem eigentlichen Projektstart.
- Nullphase (oder Vorprojektphase): In dieser Phase geht es um die ersten Überlegungen: Ideenfindung, Durchführung von Machbarkeitsstudien und eine erste, grobe Projektdefinition, bevor der offizielle Projektauftrag formuliert wird.
- Anschließend folgen die bekannten Phasen: Start (entspricht der Initiierungsphase im 4-Phasen-Modell), Planung, Durchführung und Abschluss.
7-Phasen-Modelle
Vor allem in komplexeren Bereichen wie der Produkt- oder Softwareentwicklung werden sieben oder mehr Phasen genutzt. Hier werden spezifische Arbeitsschritte als eigene Phasen betrachtet, um die Steuerung und Kontrolle zu verbessern.
Beispiele sind:
- Prototypbau
- Testphasen (z.B. Alpha- und Beta-Tests)
- Installationsphase
- Phase für die Inbetriebnahme
- Pflege- und Wartungsphase
Vergleich der Phasenmodelle
Das 4-Phasen-Modell bietet eine fokussierte und ressourcenschonende Grundstruktur, die für viele Projekte ausreichend ist. Das 5-Phasen-Modell ergänzt diese Struktur sinnvoll um eine vorgeschaltete Phase zur detaillierten Prüfung der Machbarkeit und Definition. 7-Phasen-Modelle ermöglichen eine präzisere Steuerung und feinere Unterteilung für Projekte mit komplexen Entwicklungs- oder Softwareprozessen.

Merke:
Die Anzahl der Projektphasen, die du wählst, sollte immer zum jeweiligen Projekt passen. Es gibt keine universell “richtige” Anzahl. Die Flexibilität, die Phasen an die Projektbedürfnisse anzupassen, ist ein wesentlicher Vorteil des phasenorientierten Projektmanagements.
Überleitung
Nachdem du die unterschiedlichen Modelle kennst, schauen wir tiefer in die typischen vier Hauptphasen: Initiierung, Planung, Durchführung und Abschluss. Diese bilden das Grundgerüst für ein strukturiertes Projektmanagement.
Die Initiierungsphase
In der Initiierungsphase wird der Grundstein für das Projekt gelegt. Es geht darum, die Projektidee zu konkretisieren und die Voraussetzungen für den Erfolg zu schaffen.
- Ziele: Konkretisierung der Projektidee, Prüfung der Machbarkeit, Identifizierung der wichtigsten Stakeholder und erste, übergeordnete Definition der Projektziele.
- Wichtige Aufgaben:
- Klärung der Projektziele und Abgrenzung zu Nicht-Zielen (SMART-Kriterien)
- Durchführung einer ersten Stakeholderanalyse
- Einschätzung potenzieller Risiken
- Festlegung der grundlegenden Projektorganisation
- Arbeitsergebnisse: Projektauftrag (definiert Ziel, Umfang, Budget, Verantwortlichkeiten), Stakeholder-Register, erste Version des Projektstrukturplans
Wichtig: Der Projektauftrag ist das zentrale Dokument dieser Phase und legt den Grundstein für den Projekterfolg.
Die Planungsphase
Ist die Initiierungsphase abgeschlossen, geht es in der Planungsphase darum, einen detaillierten Fahrplan für die Umsetzung zu entwickeln.
Kernelemente:
- Detaillierte Ausarbeitung der Projektziele (SMART)
- Erstellung des Projektstrukturplans (PSP) zur Definition der einzelnen Arbeitspakete
- Detaillierte Zeitplanung inklusive Meilensteinen und Abhängigkeiten
- Erstellung des detaillierten Kostenplans (Budget)
- Durchführung der Risikoplanung (Identifizierung, Bewertung und Festlegung von Gegenmaßnahmen)
- Planung der Qualitätsstandards und -maßnahmen
Darum ist diese Phase entscheidend: Eine sorgfältige Planung schafft einen klaren Fahrplan, beugt Missverständnissen vor und minimiert unerwartete Überraschungen während der Durchführung

Ein bekanntes Beispiel für die Folgen mangelnder Planung ist der Verlust der Mars Climate Orbiter-Sonde der NASA im Jahr 1999. Aufgrund der Verwendung unterschiedlicher Einheitensysteme (metrisch vs. imperial) belief sich der Schaden auf 125 Millionen Dollar. Eine konsequente Nutzung der Planungsphase zur Vereinheitlichung der Berechnungen hätte diesen kostspieligen Fehler vermutlich verhindert.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Mars_Climate_Orbiter
Die Durchführungsphase
In der Durchführungsphase wird der zuvor erstellte Projektplan in konkrete Aktionen umgesetzt. Das bedeutet konkret: Die geplanten Aktivitäten werden ausgeführt, Ressourcen werden eingesetzt und die definierten Projektziele werden Schritt für Schritt realisiert.
Hauptaufgaben:
- Umsetzung der geplanten Arbeitspakete
- Kontinuierliche Überwachung des Projektfortschritts und gegebenenfalls Einleitung von Korrekturmaßnahmen
- Führung des Projektteams und Zuweisung von Aufgaben
- Regelmäßige Information der Stakeholder über den Projektstatus
- Durchführung des Änderungsmanagements bei notwendigen Anpassungen
- Lösung von Konflikten innerhalb des Teams
- Anerkennung von erreichten Zwischenzielen
- Durchführung von regelmäßigen Teammeetings zur Abstimmung
Lehre aus der Praxis: “Wir haben in einem Projekt über Wochen intensiv programmiert, ohne regelmäßige Abstimmung mit dem Kunden. Bei der Präsentation der vermeintlich fertigen Anwendung stellten wir fest, dass wesentliche Anforderungen fehlten. Durch häufigere Zwischenpräsentationen hätten wir diesen kostspieligen Umweg vermeiden können.”
Die Abschlussphase
Nachdem die Projektziele erreicht wurden, wird in der Abschlussphase das Projekt formell beendet und die Ergebnisse gesichert.
Zentrale Tätigkeiten:
- Übergabe der Projektergebnisse und formelle Bestätigung durch den Auftraggeber (Projektabnahme)
- Systematische Analyse der Projekterfolge und -misserfolge zur Gewinnung von Erkenntnissen für zukünftige Projekte (Lessons Learned)
- Erstellung des umfassenden Projektabschlussberichts und Archivierung aller relevanten Projektdokumente
- Entlastung der Teammitglieder und Rückgabe nicht mehr benötigter Materialien oder Ausrüstung, gegebenenfalls Organisation einer Abschlussveranstaltung.
Merke: Die vier Hauptphasen Initiierung, Planung, Durchführung und Abschluss bilden einen grundlegenden Rahmen für die Strukturierung von Projekten. Sie ermöglichen eine systematische Vorgehensweise, die von der ersten Idee bis zum erfolgreichen Abschluss führt.
Vorteile der phasenorientierten Vorgehensweise:
Die Strukturierung eines Projekts in klar definierte Phasen bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich:
- Strukturierte Vorgehensweise & verbesserte Kontrolle: Regelmäßige Kontrollen ermöglichen die frühzeitige Erkennung von Problemen und Abweichungen.
- Erhöhte Transparenz: Alle Projektbeteiligten haben jederzeit einen Überblick über den aktuellen Projektstand und die erreichten Meilensteine.
- Effektives Risikomanagement: Jede Phase bietet die Möglichkeit, Risiken neu zu bewerten und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
Nachteile der phasenorientierten Vorgehensweise:
Trotz der vielen Vorteile gibt es auch potenzielle Nachteile, die bei der Anwendung von Phasenmodellen berücksichtigt werden sollten.
- Potenzielle Starrheit: Die starre Abfolge von Phasen kann die Flexibilität bei unvorhergesehenen Änderungen einschränken.
- Administrativer Aufwand: Die detaillierte Planung und Dokumentation kann zusätzlichen Verwaltungsaufwand verursachen.
- Möglicherweise künstliche Trennung: In der Praxis können sich Projektphasen überschneiden oder iterativ verlaufen, was durch eine strikte Phasentrennung nicht immer optimal abgebildet wird.
Das Wasserfallmodell
Stell dir das Wasserfallmodell wie einen Wasserfall vor: Das Wasser fließt in eine Richtung – von oben nach unten. Genauso durchläufst du beim Wasserfallmodell die Phasen nacheinander. Erst wenn eine Phase vollständig abgeschlossen und freigegeben ist, beginnst du mit der nächsten. Eine Rückkehr zu vorherigen Phasen ist im klassischen Wasserfallmodell nicht vorgesehen. Typische Phasen sind:
- Anforderungsanalyse: Du erfasst und dokumentierst detailliert alle Anforderungen
- Entwurf (Systemdesign): Basierend auf den Anforderungen erstellst du einen detaillierten Systementwurf.
- Implementierung: Du setzt den Entwurf in Programmcode um.
- Test: Du überprüfst die Software auf Fehler und ob sie die definierten Anforderungen erfüllt.
- Wartung: Nach der Veröffentlichung nimmst du nur noch kleine Anpassungen vor.

Verbindung zu den Projektphasen
In vielen Projekten orientieren sich die vier Hauptphasen (Initiierung, Planung, Durchführung und Abschluss) am Ablauf des Wasserfallmodells, da beide Ansätze eine lineare Abfolge vorsehen. Dadurch lassen sich die Phasen der Projektabwicklung auch anhand des Wasserfalls definieren:
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Initiierungsphase ↔ Anforderungsanalyse In der Initiierungsphase wird die Projektidee konkretisiert, Machbarkeiten werden geprüft und ein offizieller Projektauftrag erstellt. Dies entspricht der Erfassung und Dokumentation aller Anforderungen, wie sie im Wasserfallmodell in der Anforderungsanalyse erfolgt.
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Planungsphase ↔ Entwurf Sobald das Ziel klar ist, beginnt die detaillierte Planung: Projektstrukturpläne, Zeit- und Kostenpläne sowie Risikobetrachtungen werden erstellt. Beim Wasserfallmodell ist dies vergleichbar mit dem Entwurf, bei dem aus den Anforderungen ein konkreter Systemplan entsteht.
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Durchführungsphase ↔ Implementierung und Test In der Durchführungsphase findet die eigentliche Umsetzung (z. B. Entwicklung, Produktion oder Bau) statt. Parallel werden regelmäßig Fortschritte überwacht und Qualitätssicherungen vorgenommen. Im Wasserfallmodell entspricht das der Implementierung (Kodierung) sowie den anschließenden Tests, bei denen man sich vergewissert, dass alles funktioniert und den Anforderungen gerecht wird.
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Abschlussphase ↔ Wartung und Lessons Learned Am Projektende werden Ergebnisse abgenommen, Abschlussdokumente erstellt und “Lessons Learned” dokumentiert. Im Wasserfallmodell fällt diese Arbeit in die Wartungs- oder Betriebsphase, in der nur noch kleinere Anpassungen vorgenommen werden. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen dabei in zukünftige Projekte ein.
Was ist Scrum?
Scrum ist ein agiles Rahmenwerk, das auf kurzen, sich wiederholenden Zyklen basiert, den sogenannten Sprints. Ein Sprint ist ein festgelegter Zeitraum (meist 1-4 Wochen), in dem ein Team an einem bestimmten Satz von Aufgaben arbeitet, um ein nutzbares Produktinkrement zu liefern. Jeder Sprint folgt dem PDCA-Zyklus und ermöglicht es dem Team, inkrementell Wert zu schaffen und kontinuierlich aus Feedback zu lernen.
Merke: Produktinkrement: Das Ergebnis eines Sprints, ein fertiges, verwendbares Teilstück des Produkts, das potenziell ausgeliefert werden könnte. Inkrementell: Das Produkt wird Schritt für Schritt erweitert und verbessert, wobei jeder Sprint eine zusätzliche, funktionierende Einheit hinzufügt. Iterativ: Die Entwicklung vollzieht sich in wiederholenden Zyklen (Sprints). Jeder Sprint ist eine Iteration, in der das Team plant, entwickelt, testet und reflektiert, um das Produkt und den Prozess kontinuierlich zu verbessern.
Der PDCA-Zyklus als Grundlage von Scrum
Scrum basiert auf dem PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act), einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess:
- Plan: Planung der Sprintziele und Aufgaben während des Sprint Planning.
- Do: Umsetzung der geplanten Aufgaben im Sprint.
- Check: Überprüfung der Ergebnisse im Sprint Review.
- Act: Anpassung und Verbesserung der Arbeitsweise in der Sprint Retrospective.
Dieser iterative Prozess fördert Transparenz, Inspektion und Anpassung und bildet die Grundlage für die kontinuierliche Verbesserung im Scrum-Team.

Rollen, Artefakte und Zeremonien von Scrum
Scrum ist ein populäres agiles Framework, das die Arbeit in kurze Zyklen (Sprints) von typischerweise 2-4 Wochen strukturiert. Es besteht aus folgenden Elementen:
Rollen
- Product Owner: Verwaltet das Product Backlog, priorisiert Anforderungen und maximiert den Wert des Produkts. Er arbeitet eng mit Stakeholdern zusammen und entscheidet, welche Anforderungen umgesetzt werden.
- Scrum Master: Unterstützt als Coach die Implementierung von Scrum, moderiert Meetings und hilft dem Team, effizient zu arbeiten. Zudem sorgt er für das richtige Umfeld, in dem das Scrum-Team effektiv agieren kann. Er unterstützt alle Beteiligten – Team und Stakeholder – dabei, die Scrum-Prinzipien zu verinnerlichen, Prozesse zu verbessern und die Scrum-Events konsequent umzusetzen.
- Entwicklungsteam: Setzt die Anforderungen um und organisiert sich eigenverantwortlich. Es sollte interdisziplinär aufgestellt sein, um Aufgaben ohne externe Unterstützung erledigen zu können.
Artefakte
- Product Backlog: Eine priorisierte Liste aller Produktanforderungen, verwaltet vom Product Owner.
- Sprint Backlog: Enthält das Sprint-Ziel (Warum?), die aus dem Product Backlog gewählten Anforderungen (Was?) und den Umsetzungsplan des Produktinkrements (Wie?).
- Produktinkrement: Das Produktinkrement ist das jeweils entstandene Teil-Produkt nach jedem Sprint. Es trägt zur kontinuierlichen Weiterentwicklung des Gesamtprodukts bei.

Zeremonien
Regelmäßige Zeremonien oder Events in Scrum ermöglichen eine kontinuierliche Planung, Reflexion und Verbesserung des Prozesses.
- Sprint Planning: Planung der Aufgaben für den nächsten Sprint.
- Daily Scrum: Tägliches Kurzmeeting, max. 15 Min., in dem das Team den Fortschritt bespricht und den Arbeitsplan anpasst.
- Sprint Review: Präsentation und Feedback am Sprint-Ende.
- Sprint Retrospective: Reflexion über Teamprozesse (Was lief gut? Was verbessern?).
Zusammenfassung und Ausblick
Zusammenfassung:
In dieser Lerneinheit hast du die Bedeutung strukturierter Projektphasen im Projektmanagement erkannt. Du hast verstanden, wie klar definierte Phasen wie Initiierung, Planung, Durchführung und Abschluss dazu beitragen, Projekte systematisch zu steuern und Chaos sowie Ressourcenverschwendung zu vermeiden.
Durch den Vergleich verschiedener Phasenmodelle – vom einfachen 4-Phasen- bis hin zu komplexeren 7-Phasen-Modellen – hast du gelernt, welche Struktur je nach Projektkomplexität und -anforderungen am besten geeignet ist. Persönliche Anekdoten verdeutlichten, wie fehlende Phasenstrukturen zu erheblichen Verzögerungen und Budgetüberschreitungen führen können, während eine klare Phasenplanung den Projekterfolg sichert. Zudem hast du die Vor- und Nachteile einer phasenorientierten Vorgehensweise abgewogen und deren praktische Relevanz für effizientes Projektmanagement erkannt.
Das Wasserfallmodell ist ein klassisches, lineares Vorgehensmodell, bei dem jede Phase (Anforderungsanalyse, Entwurf, Implementierung, Test, Wartung) nacheinander abgeschlossen wird. Es eignet sich besonders für Projekte mit relativ stabilen Anforderungen, weil Rücksprünge in frühere Phasen im klassischen Wasserfallmodell nur schwer oder gar nicht vorgesehen sind.
Scrum setzt hingegen auf einen agilen Ansatz und teilt die Entwicklung in kurze, wiederholende Zyklen (Sprints). Jede Iteration umfasst Planung, Umsetzung und Feedback-Schleife (PDCA-Zyklus). Durch den regelmäßigen Austausch in Daily Scrums und Sprint Reviews entsteht schnell ein nutzbares Produktinkrement. Scrum eignet sich vor allem dann, wenn Anforderungen sich häufig ändern können oder ein flexibler Umgang mit neuen Erkenntnissen gewünscht ist.