Subnetting und CIDR
In dieser interaktiven Lerneinheit erschließt du dir die Grundlagen des Subnettings und der CIDR-Notation, um IP-Adressbereiche effizient in kleinere Teilnetze zu unterteilen. Du lernst die mathematischen Grundlagen der Netzwerkberechnung kennen und übst die praktische Anwendung anhand konkreter Beispiele. Durch zahlreiche Übungen entwickelst du Routine im Umgang mit Subnetz-Berechnungen, die du später bei der Planung und Strukturierung von Netzwerken einsetzen kannst.
Einführung
Du arbeitest im IT-Support eines wachsenden Unternehmens. Neue Standorte, mehr Mitarbeitende, zusätzliche Geräte - und plötzlich häufen sich die Probleme: Verbindungen brechen ab, Dienste sind nicht mehr erreichbar, das Netz wird unübersichtlich. Die Frage steht im Raum:
Wie können wir unsere IP-Adressbereiche besser strukturieren - ohne gleich neue Blöcke beantragen zu müssen?

Hier kann uns das Konzept des Subnettings helfen: Du teilst ein IP-Netzwerk in kleinere, klar definierte Teilnetze. Mit CIDR (Classless Inter-Domain Routing) kannst du diese noch flexibler gestalten und Adressen effizienter nutzen - vorausgesetzt, du verstehst, wie die Notation und Berechnung funktioniert.
Lernziele
Nach dieser Lerneinheit kannst du:
- den Prozess des Subnettings erklären und anhand von Bitberechnung passende Subnetzmasken für verschiedene Netzanforderungen ableiten
- Variable Length Subnet Masking (VLSM) anwenden, um einen IP-Adressbereich bedarfsgerecht auf unterschiedlich große Subnetze aufzuteilen
- das Prinzip von CIDR (Classless Inter-Domain Routing) beschreiben und seine Bedeutung für die flexible Adressvergabe im Internet erläutern
- den Unterschied zwischen Subnetting und Supernetting erklären und anhand eines Beispiels aufzeigen, wann Supernetting zur Optimierung von Routingtabellen eingesetzt wird
Überleitung
Bevor du Subnetze planen oder CIDR-Notation anwenden kannst, musst du verstehen, was Subnetting eigentlich bedeutet – und warum es so wichtig für moderne Netzwerke ist.
Also: Was ist Subnetting genau – und wie funktioniert es?
Was bedeutet Subnetting?
Subnetting bedeutet, dass du ein größeres IP-Netzwerk in kleinere, logisch getrennte Teilnetzwerke, sogenannte Subnetze, aufteilst. Dies sorgt dafür, dass der verfügbare IP-Adressraum effizienter genutzt wird, reduziert die Größe von Broadcast-Domänen und erleichtert dir die Verwaltung des Netzwerks.

Grundlagen des Subnettings
Jede IPv4-Adresse besteht aus zwei Teilen:
- Netzwerkanteil (Network ID)
- Hostanteil (Host ID)
Zentral hierfür ist die Subnetzmaske. Sie legt fest, welche Bits der IP-Adresse zum Netzwerkanteil und welche zum Hostanteil gehören. Sie besteht aus einer Folge von Einsen (Netzwerkanteil) und einer Folge von Nullen (Hostanteil).
Beispiel einer Subnetzmaske
-
Dezimalnotation: 255.255.255.0
-
CIDR-Notation: /24 (“Slash 24”)
-
Binärnotation: 11111111. 11111111. 11111111. 00000000
Die CIDR-Notation /24 bedeutet, dass die ersten 24 Bit der Subnetzmaske auf 1 gesetzt sind.
Wie funktioniert die Subnetzmaske?
Durch eine bitweise AND-Operation zwischen IP-Adresse und Subnetzmaske erhältst du die Netzwerkadresse. Die „1“-Bits in der Maske maskieren den Netzwerkanteil; „0“-Bits lassen den Hostanteil unverändert.
Die Formel für nutzbare Hosts
Bevor du Subnetze planst, musst du wissen, wie viele Hosts du tatsächlich adressieren kannst. Die Berechnung folgt einer einfachen Formel:
Dabei ist h die Anzahl der Hostbits (die Nullen in der Subnetzmaske).
Warum wird 2 abgezogen?
Von allen möglichen Adressen eines Subnetzes sind zwei Adressen reserviert und können nicht an Geräte vergeben werden:
| Reservierte Adresse | Position im Subnetz | Funktion |
|---|---|---|
| Netzwerkadresse | Erste Adresse (alle Hostbits = 0) | Identifiziert das Subnetz selbst |
| Broadcastadresse | Letzte Adresse (alle Hostbits = 1) | Sendet Nachrichten an alle Hosts im Subnetz |
Schritt-für-Schritt-Berechnung
- Subnetzmaske analysieren: Wie viele Bits hat die Maske? (z.B. /26 = 26 Bits)
- Hostbits berechnen: (z.B. Hostbits)
- Gesamtadressen berechnen: (z.B. Adressen)
- Nutzbare Hosts: (z.B. nutzbare Hosts)
Merkhilfe: Die erste Adresse gehört dem Netz, die letzte dem Broadcast – dazwischen liegen deine nutzbaren Hosts.
Übersicht: Subnetzmasken und nutzbare Hosts
Die folgende Tabelle zeigt dir auf einen Blick, wie viele nutzbare Hosts bei verschiedenen Subnetzmasken zur Verfügung stehen:
| CIDR | Subnetzmaske | Hostbits | Gesamtadressen | Nutzbare Hosts |
|---|---|---|---|---|
| /24 | 255.255.255.0 | 8 | 256 | 254 |
| /25 | 255.255.255.128 | 7 | 128 | 126 |
| /26 | 255.255.255.192 | 6 | 64 | 62 |
| /27 | 255.255.255.224 | 5 | 32 | 30 |
| /28 | 255.255.255.240 | 4 | 16 | 14 |
| /29 | 255.255.255.248 | 3 | 8 | 6 |
| /30 | 255.255.255.252 | 2 | 4 | 2 |
Beispiel: /28-Subnetz im Detail
Ein /28-Subnetz (255.255.255.240) am Beispiel 192.168.1.0/28:
| Adresse | Funktion | Hostbits (binär) |
|---|---|---|
| 192.168.1.0 | Netzwerkadresse | 0000 |
| 192.168.1.1 | Erster nutzbarer Host | 0001 |
| 192.168.1.2 | Nutzbarer Host | 0010 |
| … | … | … |
| 192.168.1.14 | Letzter nutzbarer Host | 1110 |
| 192.168.1.15 | Broadcastadresse | 1111 |
Du siehst: Die Hostbits 0000 (Netzwerk) und 1111 (Broadcast) sind reserviert – alle Werte dazwischen sind nutzbar.
Subnetting durch Erweiterung des Netzwerkanteils
Beim Subnetting weist du Bits vom Hostanteil dem Netzwerkanteil zu. Der Netzwerkanteil wächst, du erhältst mehr Subnetze, allerdings mit weniger Hosts pro Subnetz.
Schauen wir uns folgendes Beispiel an:
Beispiel: Netzaufteilung in 4 Subnetze
Wir haben das Netzwerk 192.168.1.0/24. Die Standard-Subnetzmaske /24 bedeutet, dass die ersten 24 Bits den Netzwerkanteil identifizieren und die letzten 8 Bits für Hosts zur Verfügung stehen. Wir möchten dieses Netzwerk in vier Subnetze unterteilen.
- Ausgangsnetz: 192.168.1.0/24
- Standard-Subnetzmaske: /24 (24 Bits Netzwerk, 8 Bits Host)
Schrittweise Vorgehensweise:
- Anzahl benötigter Subnetze: 4
- Zusätzliche Bits nötig (“Ausleih”-Bits): Um 4 Subnetze zu erzeugen, benötigen wir 2 Bits, da 2^2 = 4. Jedes ausgeliehene Bit verdoppelt die Anzahl der möglichen Subnetze.
- Neue Subnetzmaske: Wir “leihen” 2 Bits vom Hostanteil und fügen sie dem Netzwerkanteil hinzu. Die ursprüngliche Maske war /24, daher ist die neue Subnetzmaske /26 (24 + 2).
- Neue Maske binär: 11111111. 11111111. 11111111. 11000000 (Die ersten 26 Bits sind “1”)

Berechnung Hosts pro Subnetz:
- Restliche Hostbits: Die neue Subnetzmaske /26 verwendet 26 Bits für das Netzwerk, daher bleiben 32 - 26 = 6 Bits für Hosts übrig.
- Maximale Host-Adressen pro Subnetz: Mit 6 Hostbits können wir 2^6 = 64 Adressen erzeugen.
- Nutzbare Host-Adressen pro Subnetz: Von den 64 Adressen sind zwei Adressen reserviert: die Netzwerkadresse (die erste Adresse des Subnetzes) und die Broadcastadresse (die letzte Adresse des Subnetzes). Daher stehen 64 - 2 = 62 nutzbare Host-Adressen pro Subnetz zur Verfügung.
Die vier Subnetze
Die vier Subnetze sind:
| Subnetz | Netzwerkadresse | Nutzbare Hosts | Broadcastadresse |
|---|---|---|---|
| 1 | 192.168.1.0 | 192.168.1.1 - 192.168.1.62 | 192.168.1.63 |
| 2 | 192.168.1.64 | 192.168.1.65 - 192.168.1.126 | 192.168.1.127 |
| 3 | 192.168.1.128 | 192.168.1.129 - 192.168.1.190 | 192.168.1.191 |
| 4 | 192.168.1.192 | 192.168.1.193 - 192.168.1.254 | 192.168.1.255 |
Hinweis:
192.168.1.255 könnte als globale Broadcastadresse interpretiert werden.
Beispiel: Subnetzbildung mit zwei Teilnetzen
Ausgangslage
Ein Unternehmen möchte sein bestehendes Netzwerk 10.0.0.0/24 in zwei gleich große Teilnetze aufteilen.
- Ursprüngliche Netzmaske: /24 → entspricht 255.255.255.0
- Jedes Subnetz soll eigene Geräte beherbergen.
- Ziel: Zwei Subnetze mit möglichst vielen nutzbaren Hostadressen.
1. Wie viele Subnetze werden benötigt?
Es sollen zwei Subnetze entstehen. Um zwei Subnetze zu bilden, muss ein zusätzliches Bit aus dem Hostanteil als Subnetz-Bit genutzt werden.
- Ein Bit mehr → /25
- Neue Netzmaske: 255.255.255.128
- Ein
/25-Netz hat 2⁷ = 128 IP-Adressen, davon:- 126 nutzbare Hostadressen (1 für Netzwerkadresse, 1 für Broadcastadresse)
2. Aufteilung der Subnetze
| Subnetz | Netzwerkadresse | Nutzbare Hostadressen | Broadcastadresse |
|---|---|---|---|
| 1 | 10.0.0.0 | 10.0.0.1 – 10.0.0.126 | 10.0.0.127 |
| 2 | 10.0.0.128 | 10.0.0.129 – 10.0.0.254 | 10.0.0.255 |
Vorteile des Subnettings
Subnetting bietet mehrere Vorteile:
- Effiziente Nutzung: Minimiert ungenutzte Adressen.
- Bessere Netzwerkleistung: Reduziert Broadcast-Verkehr.
- Höhere Sicherheit: Ermöglicht gezielte Sicherheitsrichtlinien.
- Einfache Verwaltung: Klare Struktur und Dokumentation.
Variable Length Subnet Masking (VLSM)
Variable Length Subnet Masking (VLSM) ist eine Methode des Subnettings, die es dir ermöglicht, unterschiedliche Subnetzmasken innerhalb desselben Netzwerkbereichs zu verwenden. So kannst du die Größe jedes Subnetzes genau auf den Bedarf an Hosts abstimmen.
Warum VLSM?
Klassisches Subnetting erfordert, dass alle Subnetze identisch groß sind, was häufig zu Adressverschwendung führt. VLSM erlaubt es dir hingegen, die Subnetzgröße variabel festzulegen.
Beispielsweise kannst du ein großes Subnetz für Server reservieren und kleinere Subnetze für Abteilungen anlegen, um IP-Adressen optimal auszunutzen.
Subnetzplanung: Subnetz A
Subnetz A (60 Hosts)
- Benötigte nutzbare Host-Adressen: 60
- Berechnung der Hostbits:
- Gesamtadressen mindestens: 60 + 2 = 62 (inkl. Netzwerk- und Broadcastadresse)
- Kleinste passende Zweierpotenz: 2⁶ = 64 ≥ 62 ✓
- → 6 Hostbits notwendig
- Subnetzmaske: /26 (32 - 6 = 26)
- Netzwerk:
192.168.1.0/26 - Hostbereich:
192.168.1.1–192.168.1.62(62 nutzbar)
Subnetzplanung: Subnetz B
Subnetz B (25 Hosts)
- Benötigte nutzbare Host-Adressen: 25
- Berechnung der benötigten Hostbits:
25 + 2 = 27 → 2⁵ = 32 → 5 Hostbits notwendig - Subnetzmaske: /27 (32 - 5 = 27)
- Nächstes verfügbares Subnetz:
192.168.1.64/27 - Hostbereich:
192.168.1.65bis192.168.1.94
Subnetzplanung: Subnetz C
Subnetz C (10 Hosts)
- Benötigte nutzbare Host-Adressen: 10
- Berechnung der benötigten Hostbits:
10 + 2 = 12 → 2⁴ = 16 → 4 Hostbits notwendig - Subnetzmaske: /28 (32 - 4 = 28)
- Nächstes verfügbares Subnetz:
192.168.1.96/28 - Hostbereich:
192.168.1.97bis192.168.1.110
Subnetzplanung: Ergebnis
| Subnetz | Benötigte Hosts | Hostbits | Subnetzmaske | Netzwerkadresse | Hostbereich | Anzahl nutzbarer Hosts |
|---|---|---|---|---|---|---|
| A | 60 | 6 | /26 | 192.168.1.0/26 | 192.168.1.1 – 192.168.1.62 | 62 |
| B | 25 | 5 | /27 | 192.168.1.64/27 | 192.168.1.65 – 192.168.1.94 | 30 |
| C | 10 | 4 | /28 | 192.168.1.96/28 | 192.168.1.97 – 192.168.1.110 | 14 |
Anwendung von VLSM
VLSM bietet sich insbesondere für komplexe Netzwerke mit variablen Anforderungen an. Durch die passgenaue Zuordnung von Subnetzen sparst du IP-Adressen, vermeidest Verschwendung und sorgst für eine klare und effiziente Netzwerkstruktur.
Was ist CIDR (Classless Inter-Domain Routing)?
CIDR (Classless Inter-Domain Routing) ist ein Adressierungsverfahren, das die frühere starre Einteilung des IPv4-Adressraums in Klassen (A, B, C) abgelöst hat. Anstatt Klassen definiert ein Suffix in der CIDR-Notation (z. B. /24), wie viele Bits einer IP-Adresse für den Netzwerkanteil verwendet werden.
Diese flexible Notation erlaubt eine bedarfsgerechte Zuweisung von IP-Adressblöcken, was insbesondere im Internet-Routing zu einer effizienteren Nutzung der verfügbaren IP-Adressen führt.
Unterschied zwischen CIDR und VLSM
| Aspekt | CIDR (Classless Inter-Domain Routing) | VLSM (Variable Length Subnet Masking) |
|---|---|---|
| Zielsetzung | Effiziente Adressvergabe über das Internet | Optimale interne Aufteilung eines vergebenen Adressblocks |
| Anwendung | Bei der Zuweisung von IP-Blöcken durch ISPs | Innerhalb eines Netzwerks durch den Administrator |
| Notation | CIDR-Notation (z. B. /20, /22) | Ebenfalls CIDR-Notation |
| Beispiel | Provider weist einem Unternehmen 192.168.0.0/22 zu | Das Unternehmen unterteilt es intern weiter in /24, /26 etc. |
Vereinfacht gesagt:
- CIDR definiert, wie viele IP-Adressen du insgesamt erhältst.
- VLSM bestimmt, wie du diese Adressen intern effizient aufteilst.
Beispiel für CIDR
Ein Provider kann statt eines kompletten Klasse-B-Netzes (mit 65.536 Adressen bei /16) einem Kunden einen bedarfsgerechten, kleineren Adressblock zuweisen:
| CIDR-Notation | Netzwerkadresse | Anzahl Adressen |
|---|---|---|
| /24 | 192.168.0.0 | 256 |
| /22 | 192.168.0.0 | 1024 |
| /20 | 192.168.0.0 | 4096 |
Was ist Supernetting?
Supernetting ist eine Technik, bei der mehrere zusammenhängende, kleinere Netzwerke zu einem größeren Adressblock zusammengefasst werden. Ziel ist es, die Routingtabellen zu vereinfachen und den Verwaltungsaufwand im Netzwerk zu reduzieren.
Im Gegensatz zum Subnetting, bei dem ein größeres Netzwerk in kleinere Teilnetze unterteilt wird, fasst Supernetting mehrere kleinere Netzwerke zu einem größeren Netzwerkblock zusammen. Beide Techniken basieren auf der flexiblen Adressierung mittels CIDR (Classless Inter-Domain Routing).
Beispiel für Supernetting
Supernetting von IPv4-Netzen
Ein Internetdienstanbieter (ISP) verwaltet folgende vier IPv4-Netzwerke:
- 192.0.0.0/24
- 192.0.1.0/24
- 192.0.2.0/24
- 192.0.3.0/24
Diese vier aufeinanderfolgenden /24-Netze belegen im Adressraum lückenlos den Bereich von 192.0.0.0 bis 192.0.3.255. Da sie ein gemeinsames Binärpräfix aufweisen, können sie zu einem einzigen Supernetz zusammengefasst werden.
Supernetz
- Adresse: 192.0.0.0/22
- Adressbereich: 192.0.0.0 bis 192.0.3.255
Gemeinsames Binärpräfix (vereinfacht dargestellt)
| Netzadresse | Binär (erste 24 Bits) |
|---|---|
| 192.0.0.0 | 11000000.00000000.00000000.00000000 |
| 192.0.1.0 | 11000000.00000000.00000001.00000000 |
| 192.0.2.0 | 11000000.00000000.00000010.00000000 |
| 192.0.3.0 | 11000000.00000000.00000011.00000000 |
Alle vier Netze haben die gleichen ersten 22 Bits. Genau diese 22 Bits bilden das Präfix des neuen Supernetzes.
Vorteile von Supernetting
Supernetting fasst mehrere zusammenhängende Netzwerke zu einem größeren Netz zusammen – dies bringt vor allem im Routing deutliche Vorteile:
-
Kleinere Routingtabellen:
Statt vier einzelner Einträge reicht ein einziger Routingeintrag für das Supernetz. -
Höhere Effizienz:
Weniger Einträge im Routing-Table führen zu schnelleren Entscheidungen beim Weiterleiten von Datenpaketen. -
Bessere Aggregation:
Besonders in Backbone-Netzen oder bei ISPs ist Supernetting hilfreich, um Adressblöcke effizienter zu verwalten.
Historischer Kontext
Die IP-Adressierung hat sich über Jahrzehnte weiterentwickelt – ein Überblick über zentrale Meilensteine hilft, moderne Konzepte wie Subnetting und CIDR besser zu verstehen:
| Jahr | Entwicklung | Beschreibung |
|---|---|---|
| 1981 | Klassenbasiertes IP-System | Einführung von Klasse A, B, C |
| 1985 | Subnetting | Unterteilung großer Netzwerke zur besseren Adressvergabe |
| 1987 | VLSM | Variable Subnetzgrößen innerhalb eines Netzwerks möglich |
| 1993 | CIDR | Klassenlose, flexible IP-Zuweisung und Routingoptimierung |
Zusammenfassung und Ausblick
Zusammenfassung:
Subnetting und VLSM
- Subnetting ist die Aufteilung eines Netzwerks in kleinere Subnetze durch Erweiterung des Netzwerkanteils einer IP-Adresse. Dadurch entstehen logische Teilnetze mit jeweils eigener Netzwerkadresse, Broadcastadresse und Hostbereich.
- Die Subnetzmaske bestimmt, wie viele Bits für den Netzwerk- und wie viele für den Hostanteil verwendet werden. Die Anzahl der nutzbaren Hostadressen ergibt sich aus der Formel:
2^n - 2(n = Hostbits). - Variable Length Subnet Masking (VLSM) ermöglicht die flexible Aufteilung eines IP-Adressraums in unterschiedlich große Subnetze – angepasst an den tatsächlichen Bedarf. Wichtig dabei: Die Subnetze werden absteigend nach Größe geplant, um Adressverschwendung zu vermeiden.
CIDR und Supernetting
- CIDR (Classless Inter-Domain Routing) ersetzt das klassische A/B/C-Klassensystem durch eine flexible Notation mit einem Suffix wie
/22, das die Anzahl der Netzwerkbits angibt. - CIDR verbessert die Adressvergabe durch Internetanbieter und reduziert die Einträge in Routingtabellen.
- Supernetting ist das Zusammenfassen mehrerer aufeinanderfolgender Netze zu einem größeren Block, z. B. aus vier /24-Netzen ein /22-Netz. Ziel ist die Optimierung des Routings durch Aggregation.
Kerndifferenz
- CIDR bestimmt, wie viele Adressen ein Netzwerk erhält.
- VLSM legt fest, wie diese Adressen intern aufgeteilt werden.
Ausblick
In der nächsten Lerneinheit beschäftigen wir uns mit dem Aufbau eines IPv4-Pakets. Du wirst lernen, welche Felder ein IP-Paket enthält, wie sie interpretiert werden und welche Rolle sie beim Routing und der Fehlerbehandlung spielen.